Verkehrsdatenerhebung mit Kennzeichenerkennung

Kordonerhebungen mittels automatischer Kennzeichenerkennung

Was sind Kordonerhebungen?

Die Erfassung von Fahrzeugmengen an einem Querschnitt oder einem Knotenpunkt genügt häufig nur für kleinräumige Verkehrsanalysen und -planungen. Für eine steigende Anzahl von Sachverhalten müssen jedoch die Fahrzeugströme über eine größere Strecke bzw. in einem größeren Gebiet analysiert werden.

Beispielhafte Untersuchungsgebiete sind

  • Systeme von komplexen, benachbarten Knotenpunkte
  • Autobahnabschnitte, auch mit mehreren Verzweigungen / Autobahnkreuzen und Verflechtungsbereichen
  • Stadtteile oder komplette Stadtgebiete
  • Ganze Landkreise / Regionen
  • komplette Bundesländer

Die hierfür notwendigen Verkehrsmodelle sind nicht immer kleinteilig genug und bedürften ggf. einer Kalibrierung. Zudem basieren sie teils auf kurzfristigen und sehr aufwändigen Verkehrsbefragungen, manuellen Kennzeichenerfassungen (z.B. nur die 3 Endziffern jedes Kennzeichens) und/oder Schätzungen.

Mit der Entwicklung von Systemen zur automatischen Auswertung von Kennzeichen aus Videobildern, so genannten automatischen Kennzeichenlesesystemen (AKLS) wurde hier ein Instrument geschaffen, um die großen Zusammenhänge mittels einer fundierten Erhebung festzustellen. Dabei werden an definierten Querschnitten die Kennzeichen der in den Untersuchungsbereich („Kordon“) ein- und ausfahrenden Fahrzeuge erfasst. Zusätzlich können innerhalb des Kordons weitere Standorte eingerichtet werden, um die Routenwahl innerhalb des Untersuchungsgebietes nachvollziehen zu können. Eine Klassifizierung der Fahrzeuge erfolgt ebenfalls. Dies ermöglicht im Nachhinein eine große Menge von Auswertungen, z.B.

  • Fahrbeziehungen zwischen den Ein- und Ausfahrpunkten
  • Routenwahl innerhalb des Untersuchungsgebietes
  • Reisezeiten
  • Veränderung von Routenwahl und Reisezeiten im Tagesverlauf
  • Ermittlung des Durchgangsverkehrsanteils
    spätere Simulation von baulichen Veränderungen (Ortsumgehung, innerstädtischer Tunnel, etc.)
  • Alle Erhebungen sind auch getrennt nach Fahrzeugarten möglich
  • Vorher- / Nachheruntersuchung zur Wirkungskontrolle von Infrastrukturprojekten oder Durchfahrverboten

Der Vorteil einer automatischen Erhebung im Vergleich zu einer manuellen Erfassung der Fahrzeugkennzeichen, (z.B. durch Aufsprechen auf Tonband oder Mitschreiben) liegt in der deutlich größeren Genauigkeit der Ergebnisse und in der andauernden Erfassung – von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen – bei konstant hohen Leseraten (>95% der Kennzeichen werden korrekt erkannt) auch bei sehr dichtem Verkehr.

Unsere Erfahrung – Ihr Vorteil!

Die Firma Messtechnik Mehl setzt diese Technologie bereits seit 2003 in Projekten zur Verkehrsdatenerhebung ein. Seitdem konnten über 200 solcher Einzelprojekte mit den eigens dafür entwickelten Systemen vom Typ SIGNUM II abgewickelt werden. Die Systeme bestehen auf speziell aufeinander abgestimmten Hard- und Softwarekomponenten und werden im Rahmen unserer Projekte stetig weiterentwickelt. Weitere Informationen zu diesen Systemen finden Sie im Bereich Produkte

Im Laufe der Zeit wurden die Projekte immer umfangreicher und komplexer. Wurden in den ersten Jahren meist an 3 bis 6 Standorten gleichzeitig die Kennzeichen erfasst, so sind heute zeitgleiche Erfassungen an bis zu 50 Standorten mit 80 Fahrstreifen technisch und organisatorisch kein Problem mehr.

Und warum müssen dafür die Kennzeichen erfasst werden?

Um die Verkehrsströme über einen größeren Bereich nachvollziehen zu können, muss pro Fahrzeug ein eindeutiges Identifikationsmerkmal erfasst werden. Neben den Fahrzeugkennzeichen kommen hier auch andere Techniken zum Einsatz – diese haben aber in Punkto Datengenauigkeit deutliche Nachteile, da sie immer nur einen Teil der gesamten Verkehrsmenge darstellen und zudem keine Fahrzeugklassifizierung ermöglichen.

  • Daten von Funkmasten / Handynetzbetreibern
  • Bluetooth-Erfassung (Erfassung aller Geräte mit eingeschaltetem Bluetooth)
  • Floating Car Data (Datensammlung von Handynetzbetreibern, Herstellern von Navigationsgeräten, Fahrzeugherstellern etc.)

Kennzeichen sind hingegen an allen am Individualverkehr teilnehmenden Motorfahrzeugen vorhanden – sie müssen nur entsprechend erkannt und ausgewertet werden.

Und wie ist das mit dem Datenschutz?

Durch den Einsatz unserer eigenentwickelten Hard- und Software sind wir in der Lage, eine zuverlässige Erhebung durchzuführen und gleichzeitig strengste Anforderungen des Datenschutzes zu erfüllen. Für jedes Projekt wird mit dem jeweils zuständigen Datenschutzbeauftragten ein Konzept zur Wahrung des Datenschutzes abgestimmt. Dieses beinhaltet in der Regel eine eindeutige, irreversible Verschlüsselung der Kennzeichen sowie Vereinbarungen zur Auftragsdatenverarbeitung (Datenhaltung, -übertragung, -sicherung etc.).

Eine Auswahl von Referenzprojekten sowie Impressionen von unseren letzten Projekten finden Sie unter „Referenzen“.

Falls Sie weitere Fragen – oder eine konkrete Projektanfrage haben, steht Ihnen unser Team gerne mit Rat und Tat zur Seite.

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